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Der Bonus für die fondsgebundene Lebensversicherung

Nach «Investieren mit Discount» folgt nun «Investieren mit Bonus». Neben der Discount-Struktur (siehe hier) kann auch die Bonus-Struktur ein spannender Baustein für das Upgrade der fondsgebundenen Lebensversicherung (FLV) sein.

Wie funktioniert die Bonus-Struktur?

Anleger erhalten einen Bonus, wenn der zugrunde liegende Basiswert (z. B. ein Index) während der Laufzeit nie unter eine bestimmte Grenze fällt – die sogenannte Barriere. Wird diese Barriere verletzt, entfällt der Bonus – das Produkt folgt dann schlicht der Wertentwicklung des Index.

Ein einfaches Beispiel

Eine Bonus-Struktur auf einen Index mit

  • Barriere: 16.500
  • Bonus-Level: 26.000
  • Laufzeit: 1 Jahr
  • Aktueller Indexstand: 24.000

Drei Szenarien:

  1. Der Index bleibt immer über 16.500: Der Anleger erhält am Ende mindestens 26.000, selbst wenn der Index nur bei 23.000 steht.
  2. Der Index fällt einmal unter 16.500: Der Bonus ist weg – der Anleger bekommt einfach den tatsächlichen Indexstand am Laufzeitende.
  3. Der Index steht am Ende bei 28.000: Der Anleger bekommt die 28.000 – egal, ob die Barriere vorher berührt wurde oder nicht.

Vorteil: Eine Bonus-Struktur kann auch dann eine positive Rendite ermöglichen, wenn der Markt seitwärts oder leicht rückläufig verläuft.

Woher kommt der Bonus?

Im Unterschied zur Discount-Struktur, bei der Anleger auf einen Teil der Kursgewinne verzichten, wird der Bonus bei der Bonus-Struktur aus den Dividenden des Basiswerts finanziert. Diese nutzt die Bank, um über Derivate den Bonus zu ermöglichen.

Heißt konkret: Anleger verzichten auf Dividenden – und erhalten im Gegenzug einen Bonus, wenn die Barriere hält.

Für Profis: Welche Derivate stecken dahinter?

Die Bonus-Struktur kombiniert zwei Derivate-Positionen auf den Basiswert:

  • Basiswert ohne Dividenden: eine Long-Call-Option mit Basispreis 0
  • Bonus: eine Put Down-and-Out-Option, also ein spezieller Put mit Barriere. Wird diese Barriere verletzt, verfällt der Put sofort wertlos.

Wie kommt die Bonus-Logik in eine FLV?

1. Strukturierte Produkte wie Fonds einbinden
Man kann eine Bonus-Struktur direkt als Anlageoption in der FLV einbinden – idealerweise in rollierender Form (z. B. monatlich). Dadurch entsteht eine laufende, systematische Renditestrategie mit kalkulierbarem Risiko. Vorteil: Monatliches Rollen passt gut zum regelmäßigen Sparen – so investieren Kunden durchgehend in dasselbe Rendite-Risiko-Profil.

2. Bonus-Logik im internen Fonds
Statt einzelne Bonus-Strukturen einzubinden, kann auch ein interner Fonds die Bonus-Logik umsetzen. Dieser Fonds greift aktiv auf am Markt verfügbare Bonus-Strukturen zu, filtert nach Kriterien wie Basiswert, Laufzeit und Emittent, und setzt diese diversifiziert ein. Das Ergebnis: Breite Risikostreuung, intelligente Volatilitätsnutzung und ein attraktiver Zusatznutzen für den Endkunden – ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand.

Fazit

Es gibt bei der Integration von strukturierten Produkten in die FLV noch ein paar weitere Dinge zu beachten. Dennoch, das Potenzial ist groß und es lohnt sich, allein schon strategisch über diese Bausteine nachzudenken.

Die FLV muss sich weiterentwickeln. Es braucht mehr als nur neue Fonds. Strukturierte Produkte können ein intelligenter Mosaikstein sein. Für eine moderne FLV, die das Beste aus drei Welten vereint.

Noch mehr Ideen zum FLV-Upgrade in einem früheren Blog-Beitrag.